Crossing / Tempting Fate
Workshops zu den Austellungen von Ayo Akingbade und Caspar Heinemann
Mit den Ausstellungen von Ayo Akingbade und Caspar Heinemann präsentiert die Kunsthalle Zürich zwei Einzelausstellungen der beiden 1994 geborenen und in London und Glasgow lebenden Künstler/innen. Beide schaffen eine Bühne, auf ganz unterschiedliche Weise.
Ayo Akingbade - Crossing
Die Filmemacherin und Künstlerin Ayo Akingbade (*1994, London ) zeigt in der Ausstellung Crossing vier Filme aus den letzten sechs Jahren. Die experimentellen Kurzfilme bewegen sich frei zwischen den Genres - von Dokumentation bis Fiktion, zwischen Beobachtung und Inszenierung. Akingbade setzt sich darin mit öffentlichem Raum, Urbanismus und Architektur sowie den sozialen und politischen Bedingungen auseinander, die diese prägen. Im Zentrum steht dabei wiederholt das Verhältnis zwischen Körper und gebautem Raum: Welcher Körper bewegt sich wie durch welchen Raum? Und wie verändert Bewegung unsere Wahrnehmung eines Ortes? Die Schauplätze ihrer Filme führen von einer Brauerei in Lagos, Nigeria über ein Schwimmbad in Aachen, Deutschland zum Einkaufszentrum Elephant and Castle in London, bis hin zu einem Parkhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Löwenbräukunst. Letzterer wurde eigens für die Ausstellung gemeinsam mit einer Stuntcrew produziert, worin Akingbade ungewohnte Blickachsen eröffnet. Wer schaut auf wen und aus welcher Position? Wie bewegen wir uns durch Architektur? Vorwärts? Rückwärts? Kopfüber? Und was entdecken wir, wenn wir einen vertrauten Ort aus einer ungewohnten Perspektive betrachten? So greifen Körper, Kamera und Architektur ineinander und werden zu Bewegungszitaten, die unsere gewohnten Perspektiven verschieben und neu aushandeln.
Workshop Variante 1: Bewegungszitate Z`Under Obsi
Im stufengerechten Dialog begehen wir die Ausstellung von Ayo Akingbade spielerisch und verarbeiten danach unsere Eindrücke auf gestalterische und performative Weise. Ausgehend von unseren Eindrücken aus der Ausstellung gehen wir der Frage nach, wie Körper, Bewegung und Architektur unsere Wahrnehmung eines Ortes beeinflussen. Wie bewegen wir uns normalerweise durch einen Raum, und was passiert, wenn wir es plötzlich ganz anders tun? Wir machen uns auf den Weg zu einem der Schauplätze von Two Truths, dem Film, den Ayo Akingbade im Kreis 5 gedreht hat. Dabei wird bereits der Weg zum Experimentierfeld: Wir erkunden unsere Umgebung vorwärts und rückwärts, vielleicht auch kopfüber. Vor Ort erproben wir, wie die Stuntcrew im Film, welche Bewegungen ein Ort zulässt. So entstehen eigene Bewegungszitate, die wir fotografisch und in kurzen Filmsequenzen festhalten. Architektur wird zur Kulisse, der eigene Körper zum gestalterischen Werkzeug und die Kamera zum Mittel, um mit Perspektiven zu experimentieren. Am Ende nehmt ihr eigene Bilder und Filmstills, und vielleicht auch einen neuen Blick auf eure alltägliche Umgebung mit nach Hause.
Caspar Heinemann - Tempting Fate
Es tickt in der Ausstellung von Caspar Heinemann. Kuckucksuhren, die manchmal im Einklang sind und manchmal nicht, bilden nicht nur die Soundkulisse, sondern eröffnen auch einen weiteren Zugang zu der Ausstellung Tempting Fate. Heinemann schafft in seiner Kunst oft Arrangements zwischen Volkskunst, Natur, Lyrik, queeren Geschichten, unterschiedlichen Perspektiven und verschiedenen Wahrheiten. Die Verbindung dieser Themen ist oft poetisch: Visuell, aber auch über Sprache, werden in seinen Werken immer wieder neue Interpretationsräume aufgemacht. Dabei stellen sich Fragen wie: Wem gehört Volkskunst? Was ist deine Wahrheit, was ist meine? Was ist sichtbar, und wie lässt sich das Unsichtbare zeigen?
In Tempting Fate baut Heinemann aus einfachen Materialien wie Karton, Reststücken, Paletten und Textilien eine Bühne. Irgendwo zwischen DIY, britischem Punk, Volkskunst und mystischer Kulisse entsteht ein Raum, der gleichzeitig vertraut und rätselhaft wirken kann. Ein von ihm mit Sternen benähter Vorhang lässt uns in einen Nachthimmel blicken, doch wird der Vorhang weder geöffnet noch geschlossen. Die Bühne bleibt leer. Worauf warten wir? Was passiert, wenn scheinbar nichts passiert? Und was beginnen wir zu sehen, wenn das Ticken der Kuckucksuhren auf diese leere Bühne trifft?
Workshop Variante 2: Wie (S)tickst du?
Im stufengerechten Dialog begehen wir die Ausstellung von Caspar Heinemann spielerisch und verarbeiten danach unsere Eindrücke auf gestalterische Weise. Im Studio wird Heinemanns Sternenvorhang zum Ausgangspunkt für eigene Patches. Mit Textilien, Papier, Garn, Nadel, Perlen und Textilstiften wird geklebt, gefädelt, gestickt, geschnitten, genäht und gezeichnet. Der eigene Patch kann eine Botschaft tragen, mit Worten spielen, poetisch sein, geheimnisvoll bleiben oder einfach den Sternen von Caspar Heinemann folgen. Welches Zeichen steht für dich? Was möchtest du sichtbar machen, und was lieber geheim halten? Ein bisschen Punk, ein bisschen Mystik, ein bisschen DIY und ganz viel Raum für eigene Ideen.
Mitwirkende
Unterrichtsmaterialien / Links
Limmatstr. 270, 8005 Zürich