Wer hat Angst vor Emilia Galotti?
Ein dramatischer Dialog mit Lessings «Emilia Galotti»
Mit Emilia Galotti schuf Gotthold Ephraim Lessing im Jahr 1772 ein bürgerliches Trauerspiel von brutaler Wucht, das bis heute in Schulen gelesen und in Theatern aufgeführt wird. Im Mittelpunkt steht Emilia Galotti als titelgebende Figur: jung, tugendhaft und begehrt. Und doch erscheint sie selbst nur in wenigen Szenen auf der Bühne. Sechs Auftritte genügen, um das Schicksal aller anderen Figuren in Bewegung zu setzen.
Jahrelang ist eine bekannte Schauspielerin als Emilia Galotti auf der Bühne gestorben. Emilia und sie sind dabei älter geworden. Zu alt, findet der Regisseur der Erfolgsinszenierung und beauftragt seine Protagonistin damit, ihre Nachfolgerin einzuarbeiten. Die will zwar gerne eine Titelrolle übernehmen, hat aber sehr eigene Vorstellungen von deren Interpretation. Und ob sie am Ende den Bühnentod sterben wird, das muss sich erst noch zeigen. Während sie die zentralen Szenen des Stückes proben, ringen die bisherige und die zukünftige Emilia um die Deutungshoheit über ihre Figur.
Hat die Nicht-mehr-Emilia sich zu vieles gefallen lassen? Hat die Noch-nicht-Emilia eine Ahnung, was die ältere Generation für sie erkämpft hat? In einer Zeit, in der überlieferte Geschlechterrollen leidenschaftlich infrage gestellt und vehement verteidigt werden, geht das netzwerk wildi blaatere dahin, wo wir sie (re)produzieren, und fragt, was der Kanon uns heute noch zu sagen hat.
Premiere: 06.02.2027
Mitwirkende
Unterrichtsmaterialien / Links
Bezug zum Lehrplan 21
Schiffbaustr. 4, 8005 Zürich
Schulklassen der öffentlichen Volksschule Stadt Zürich können Vorstellungen kostenlos besuchen.
Daten dieses Angebotes finden Sie über «Mein Intranet VSZ», Schulkultur-Anmeldeplattform.