Navigation

Suche

Hauptnavigation

Murad Muska / Jurczok 1001 (CH)

Themen: Afghanistan, Flucht, Junge Frauen, Frauenrechte, Poesie

Muska Murad, 22 Jahre alt, mit Wurzeln in Afghanistan und Turkmenistan, baut eine Brücke zwischen Kulturen. Sie lebt in Zürich und befindet sich in der Ausbildung zur Dentalassistentin. Sie interessiert sich für Sprache, Kultur und Schreiben und teilt ihre Geschichte als Teil eines vielfältigen Zusammenlebens.


Jurczok 1001, 51 Jahre alt, ist Spoken Word-Künstler, Autor, Musiker und Schreibcoach. Er ist zurzeit Gastdozent am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Mit seinem Programm «Spoken Beats» wurde er an zahlreiche internationale Festivals und Bühnen eingeladen, zum Beispiel an das literature live! in Mumbai oder an das Deutsche Haus der New York University.


Ablauf Lesung

Muska Murad liest ihre Gedichte in Originalsprache (Dari) zu Musik (ab Laptop), Jurczok 1001 liest die deutschen Übersetzungen. Jurczok erzählt, wie es zur Zusammenarbeit gekommen ist. Anschliessend Diskussion mit den Schüler/innen.


Werke

  • Wortsprich, Gedichte von Muska Murad, erschienen bei Essais agités, ab 12 J.


Leseprobe aus «Wortsprich»


Afghanistan


Jemand fragte mich: Wie heisst dein Land? Und was gilt

in deinem Land als Verbrechen?


Ich antwortete mit Tränen in den Augen:

Mein Land ist ein Ort, in dem das Lernen ein

Verbrechen ist.

Mein Land ist ein Ort, in dem der Schul- und

Universitätsbesuch ein Verbrechen ist.

Mein Land ist ein Ort, in dem es ein Verbrechen ist,

eine Tochter oder eine Schwester zu haben.

Mein Land ist ein Ort, in dem das Lachen ein

Verbrechen ist.

Mein Land ist ein Ort, in dem liebevolle Liebe ein

Verbrechen ist.

Mein Land ist ein Ort, in dem der Versuch, seine

persönlichen Ziele zu erreichen, ein Verbrechen ist.

Mein Land ist ein Ort, in dem der Versuch, dieses Land

weiterzuentwickeln, ein Verbrechen ist.

Mein Land ist ein Ort, in dem es ein Verbrechen ist,

glücklich zu sein und mit der Familie zu lachen.

Mein Land ist ein Ort, in dem Frieden ein Verbrechen ist.

Ja, mein Land ist Afghanistan, wo selbst entspanntes

Atmen ein Verbrechen ist.


Du, der du diesen Text gelesen hast: Wenn du jetzt immer

noch ruhig atmen kannst und dieser Text, den ich

geschrieben habe, in deinem Land kein Verbrechen ist,

dann lächle und arbeite für die Zukunft deines Landes!


Starke Frauen

Zum Frauenkampftag, 8. März 2020


Ich bin eine Frau, aber ich unterliege nicht deinem Befehl!

Ich bin eine starke Frau, ich bin keine Gefangene!


Ich bin eine Frau, das Paradies liegt mir zu Füssen.

Unterdrück mich nicht! Ich bin nicht deine Sklavin!


Was du hast, habe ich auch. Sei nicht so stolz.

Ich habe nicht weniger Vernunft.


Die Wut kommt über mich. Die Welt erzittert wie

bei einem Erdbeben. Du machst mein Leben kaputt.


Ich habe die gleichen Rechte. Unterdrück mich nicht!

Du denkst, ich bin kein Mensch.


Du bist grausam zu mir, mein Herz ist gebrochen.

Du schlägst mich, du hast meinen Stolz gebrochen.


Ich bin eine Frau, deine Mutter, deine Schwester,

deine Tochter und deine Frau.


Warum brauchst du mich nicht? Bin ich nicht deine

andere Hälfte?


Du denkst, ich bin es nicht.

Dann kannst du auch nicht meine sein!


Unterrichtsmaterialien / Links

Anmeldung
Anmeldebeginn ist am Mo 8. Juni 2026, ab 8:30 Uhr
Daten
11.-15.1. / 18.-22.1.27, jeweils vormittags max. 2 Lesungen möglich
Anmeldeschluss
Fr 17.7.26
Dauer
60 Min. (Lesung 30 Min., Gespräch 15–30 Min.)
Veranstaltungsort
Im Schulhaus
Preis
350.– pro Lesung (max. 50 Personen)

Stadtzürcher Schulklassen: Das kostenlose Kontingent ist ausgeschöpft. Anmeldungen sind weiterhin möglich, die Finanzierung erfolgt jedoch über das Globalbudget.
Zielpublikum
2.-3. Sekundarklasse
Besonderes
Die Lesungen sollten idealerweise in einer Aula stattfinden.

Equipment:
1 Tonanlage mit 2 Mics und 2 Micständern. Mischpult mit Chinch-Eingang (um den Laptop anschliessen zu können). 2 Stühle auf der Bühne, kleines Tischchen für den Laptop. Karaffe Wasser, zwei Gläser
Zugänglichkeit
  • Icon ohne Sehen erlebbar
Rollstuhlzugänglichkeit abhängig vom Veranstaltungsort (z.Bsp. Schulhaus)