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Addai Patrick, Leonding (A)

Themen: Afrikanische Literatur, Kultur und Traditionen. Freundschaft, Liebe, Mut und Zuversicht, Afrikanische Sprichwörter, Mythen und Geschichten
Patrick Addai, geboren 1969, stammt aus dem Volk der Aschanti in Ghana. Durch das Studium kam er in Kontakt mit dem Theater des Kindes in Linz. Dort wirkte er einige Jahre als Schauspieler, 2004 war er in dem Stück «Fremde. Strangers.» von Joshua Sobol im Theater in der Drachengasse in Wien zu sehen. Als Kulturreferent besucht er Schulen und Kindergärten und erzählt Geschichten aus seiner Heimat. Er engagiert sich auch als Kulturbotschafter für die Welthungerhilfe. Mit seinen Büchern bringt er afrikanische Traditionen und Kulturen ans Tageslicht. Damit möchte er den reichen Schatz der afrikanischen Kulturen bekannt machen. Er bekam für seine Literarischen Werke den Friedrich-Bödecker-Preis 2016.

Besonderes
Die Geschichten werden lebendig erzählt, und danach wird mit den Kindern und Jugendlichen darüber diskutiert. Dazu wird getrommelt, getanzt und gesungen, genauso wie in einem afrikanischen Dorf. Dort gibt es kein Fernsehen, aber dafür erzählt die Grossmutter Geschichten.

Werke
- Kofi – Das afrikanische Kind (ab 3)
- Die Grossmutter übernimmt das Fernsehen (4-10)
- Soll ich einen Elefanten heiraten?, fragte der Frosch (ab 7)
- Die Affendiebe aus Timbuktu (ab 7)
- Das Schnarchen der Ungeheuer (8-14)
- Der Jäger und der Hase (8-14)
- Der alte Mann und die geheimnisvolle Rauchsäule (14-19)
- Worte sind schön, aber Hühner legen Eier (9-99)
- Ich habe den Menschen gern, sagte der Hund (7-12)
- Ein Adler bleibt immer ein Adler (6-99)
- Der Löwe und der Hase (5-10)
- Kalebasse voller Weisheit (5-99)
- Sprich endlich mit mir, Esel! Ein Buch über Liebe und Einsamkeit
- Happy Birthday, Nelson Mandela!
- Measuring Supply Chain Performance (Management Buch - Englisch für Studenten)

Leseprobe aus «Worte sind schön, aber Hühner legen Eier»

Das (fast) wahre Märchen vom Goldenen Stuhl
Einst lebte ein sehr einflußreicher Priester namens Okomfo Anokye. Er war der persönliche Berater des mächtigen Ashanti Osei Tutu, Häuptling von Kumasi. Osei Tutu hatte auf Anraten von Okomfo Anokye an zwei verschiedenen Orten Zweige des Kum-Baumes einpflanzen lassen. Und an dem Platz, wo die Zweige zu blühen begannen, wurde die Stadt Kumasi gebaut. Okomfo Anokye beeinflußte nicht nur die politischen Entscheidungen, er hatte auch speziellen Zugang zu den Göttern und Geistern. Er kannte die Geheimnisse der Magie und man erzählte sich, dass er sogar gegen die Schüsse der Feuerwaffen unverwundbar sei. Einmal trafen sich angesehene Fürsten und Stammeshäuptlinge mit Osei Tut, um den Zusammenschluss der einzelnen Stämme zu einem Reich zu diskutieren. Auch Okomfo Anokye war anwesend und betete. Doch an diesem Tag geschah etwas Besonderes. Mit seinen Gebeten, durch die Anrufung des Himmels, ließ der Priester einen goldenen Stuhl in einer Wolke herabgleiten, direkt vor die Füße von Osei Tutu. Dieses Zeichen brachte den einmütigen Zusammenschluss der Völker und von nun an war Osei Tutu der König des mächtigen neuen Ashanti-Reiches. Der Goldene Stuhl, ein Heiligtum, eine besondere Gnade des Himmels, beinhaltet die gesamte Seele der Nation. Später kämpften die Briten viele Jahre gegen die Ashanti. Sie hatten von diesem Stuhl, der aus purem Gold sein sollte, gehört und wollten ihn unbedingt haben. Die Ashanti wussten das und ließen daher eine Kopie anfertigen. Nach einem weiteren Kampf hatten die Briten den "Goldenen Stuhl" entdeckt und mitgenommen, aber es war der falsche. Den richtigen hatten die Ashanti bereits in Sicherheit gebracht. Der falsche goldene Stuhl steht heute in einem britíschen Museum, der echte goldene, der erste und einzige seiner Art, ist im königlichen Ashanti-Palast in Kumasi zu besichtigen.


adinkra.at
Addai Patrick, Leonding (A)
Veranstaltungsort
Im Schulhaus
Zielpublikum
Kindergarten, 1.–6. Primarklasse, 1.–3. Sekundarklasse, Berufsvorbereitungsjahr, Mittel-, Berufs(fach)schule
Dauer
60 Min.
Preis
300.–pro Lesung (max. 50 Personen)
Anmeldeschluss
Mi 31. Juli 2019
Daten
13.-31. Jan., 2.-6. März, 23.-27. März 2020