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Wilke Jutta, Hanau (D)

Themen: Identität, Vorurteile, Mutprobe, Familie, Mobbing, Social Media, erste Liebe
Jutta Wilke, geb. 1963, wollte Zoodirektorin, Missionarin oder Schauspielerin werden, bevor sie dann Jura studierte und als Anwältin arbeitete. 2005 hängte sie die Anwaltsrobe endgültig an den Nagel und begann, Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Und weil die Autorin von Schranken aller Art nichts hält, sondern mehr dafür ist, öfter mal fröhlich aus der Reihe zu tanzen, kennt sie auch beim Schreiben keine Grenzen. Sie erzählt ihre Geschichten genauso gerne für Kleine, Mittlere und ganz Große.
Ihr Roman "Stechmückensommer" wurde 2019 mit den nagelneuen Siegel "KIMI" ausgezeichnet. KIMI zeichnet Kinderbücher aus, die bunt und fröhlich, realistisch und fantasievoll, vor allem aber vielfältig und ohne Klischees aus der Welt von Kindern und Jugendlichen erzählen.

Besonderes
Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern darüber, wie Bücher entstehen, mit den Älteren auch übers Schreiben mit vielen wertvollen Tipps für die eigenen Geschichten.

Werke
- Finn und Papa spielen Steinzeit / Fischer-Duden/ ab 6
- Fee Flora und die Sache mit den Hoppelvasen / Fischer-Duden/ ab 6
- Florentine oder wie man ein Schwein in den Fahrstuhl kriegt / Buchverlag Kempen / ab 8
- Schwarz wie Schnee / Buchverlag Kempen / ab 14
- Roofer / Coppenrath / ab 14
- Stechmückensommer / Knesebeck / ab 12

Leseprobe aus «Stechmückensommer»
Juli schüttelt meine Hand ab und denkt gar nicht daran, sich zu beruhigen.
„Was mit dem los ist? Der sitzt im falschen Film, das ist los. Der soll endlich aussteigen und zu Mami und Papi zurücklaufen, damit wir weiterfahren können.“
„Nein!“ Vincent klingt jetzt wirklich ganz weinerlich. „Ich will nicht zurück. Ich will auch Bus fahren. Bitte!“
Jetzt beugt Juli sich ins Innere und versucht, Vincent mit beiden Händen gleichzeitig zu packen.
„Vergiss es! Und jetzt komm da endlich raus, du verdammter blöder Mongo!“, brüllt er.
Ich sehe, wie Vincent zusammenzuckt. Sein ganzer riesiger massiger Körper zieht sich bei Julis Schimpftirade zu einem einzigen großen Krampf zusammen.
Dann zieht er geräuschvoll die Nase hoch, öffnet die Augen wieder und starrt Juli feindselig an.
„Ich bin kein … Mon-go“, sagt er und schüttelt heftig den Kopf. „Niemand d-d-darf M – Mongo zu mir sagen, d-d-du L-L-Leuchtkäfer.“ Jetzt fängt Vincent an zu stottern.
„Bitte, Juli“, versuche ich es noch einmal. Über den Leuchtkäfer muss ich grinsen.
„Wenn du Mongo zu mir sagst, dann verrate ich dir nicht, wo die Tankstelle ist.“ Vincent hat seine Stimme offensichtlich wieder im Griff. „Weil Mongo ein böses Wort ist. Ein Schimpfwort. Und Schimpfwörter darf man nicht sagen.“
Juli stöhnt auf. Dann schlägt er noch einmal wütend mit der flachen Hand auf den Bus, knallt die Schiebetür wieder zu, dreht sich um und läuft ein Stück in den Wald.


juttawilke.de
Wilke Jutta, Hanau (D)
Veranstaltungsort
Im Schulhaus
Zielpublikum
1.–6. Primarklasse, 1.–3. Sekundarklasse, Berufsvorbereitungsjahr, Mittel-, Berufs(fach)schule
Dauer
60 Min.
Preis
300.–pro Lesung (max. 50 Personen)
Anmeldeschluss
Mi 31. Juli 2019
Daten
20.-24. Jan. 2020