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Stallikon

Velounterstand

Dieses Dach! Die 3./4. Klässler von Roxane Häfeli merken natürlich sofort, dass die Dachform ihres Velounterstandes ungewöhnlich ist: Sind das nun zwei gegeneinander geschobene Pultdächer? Ein aufgeschlitztes Satteldach? Auf alle Fälle hat die Lücke zwischen den beiden Dachschrägen offensichtlich die Funktion, ein bisschen mehr Licht in den düsteren und beinahe trutzig anmutenden  Unterstand zu bringen. Typische 1980er-Jahre Architektur eben, von den Kindern eher kritisch beurteilt.

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«Der Velounterstand ist schmal, klein und dunkel.»

«Mich erinnert das Gebäude an eine Schildkröte.»

«Der Unterstand ist sicher schon über 30 Jahre alt. Das Dach ist ganz moosig.»

«Wenn wir unsere Velos parkieren, müssen wir beim Eingang an der Mülltonne vorbeifahren. Das stinkt.»

Was der Klasse hingegen gefällt, sind die Malereien auf den beiden inneren Seitenwänden. Auf leuchtend gelbem Untergrund tanzen, rennen, hüpfen und fliegen bunte Figuren im Keith Haring-Stil. Wahrscheinlich vor einigen Jahrzehnten von einer Klasse hingemalt, um eben die düstere Stimmung aufzuheitern.

«Schade nur, dass die lustigen Figuren vollgekritzelt sind. Zum Teil auch mit grausigen Wörtern.»

Tatsächlich sind die beiden Wandmalereien – auf den ersten, flüchtigen Blick gar nicht richtig wahrnehmbar – mit Parolen, Zeichen und Kritzeleien überzogen.

Gemäss den Kindern sind also die beiden auffälligsten Merkmale des Velounterstandes:
1) die aussergewöhnliche Dachform
2) die hässlichen Kritzeleien

Diese zwei Themen verlinkt die Klasse miteinander. Zuerst werden die Kritzeleien genauer untersucht und abgezeichnet. Nun wird alles in neue, farbige Zeichen übersetzt (in den leuchtenden Primärfarben der Haring-Figuren), danach auf kleine magnetische Farbplättchen gedruckt und schlussendlich als Fries in die Stahlträger unter dem Dach integriert.

Ein richtiger, klassischer Architekturfries! In alten Prachtbauten oftmals, heute jedoch kaum mehr angewendet – ausser natürlich am Velounterstand der Primarschule Stallikon.

Vespa-Jet

Eine wendige Vespa tourt kreuz und quer durch den Kanton Zürich. Schulklassen untersuchen die Umgebung ihres Schulhauses und entwickeln zusammen mit dem Künstler Hanswalter Graf eine kleine Intervention. Für die Realisierung werden die lokalen Begebenheiten mit einbezogen.